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Myawaddy bis Mawlamyaing

 

Wir reisen über den Grenzübergang von Mae Sot / Myawaddy nach Myanmar ein. Im Grenzort Mae Sot in Thailand spüren wir bereits den birmanischen Einfuss. Das Essen ist anders und die Menschen sehen anders aus. Und bereits viele Frauen, Männer und Kinder tragen eine gelblich / bräunliche Paste im Gesicht. Angekommen in Myanmar, trägt sie fast ausnahmslos jeder und jede im Gesicht. Es ist die Thanaka-Paste, aus fein geriebenen Baumrinden. Birmanen kaufen die kleinen Holzstücke und rühren die Rinde auf einem Reibestein mit Wasser an. Die Thanaka-Paste macht eine schöne Haut und schützt vor der Sonne. Wir kaufen uns gleich einen Becher davon, es gibt die Paste auch bereits fertig gemahlen. Solche Schönheitstipps nehmen wir sehr ernst. Ausserdem waschen die Birmanen ihre Haut nur mit kaltem Wasser. Warmes soll schädlich für die Haut sein. Ob wir auch diesen Schönheitstipp befolgen, sind wir uns noch nicht ganz sicher :)

 

Die meisten Männer in Myanmar tragen einen Longy um die Beine. Ein geschlossenes Tuch, welches sie auf Hüfthöhe vorne zusammen knoten. Obwohl der Knoten ganz einfach sei, muss Simi mit einem jungen Birmanen ein paar Mal üben, bis es klappt. Zuerst bindet er den Longy so, wie die Frauen es in Myanmar tun, was beim jungen Birmanen einen Lachanfall auslöst.

 

 

 

Wir hatten zuvor online das e-visum beantragt. Am Grenzübergang ist viel los, viele Birmanen stehen an, um nach Thailand gehen zu können. Bei uns funktioniert alles super, schnell und einfach.Von der Grenze aus fahren wir etwa 5 Stunden mit einem öffentlichen Auto-Bus oder Auto-Taxi nach Mawlamyaing. Die Fahrt kostet 15'000 Kyat (CHF 10.-). Es sind gewöhnliche Autos, welche jedoch als öffentliches Verkehrsmittel genutzt werden. Ein paar Meter nach dem Grenzübergang stehen diese bereit, sobald eines voll ist, fährt es los. Wir nehmen auf dem Rückbank platz und sitzen dort nur zu 4. Im Kofferraum sind es 6 Personen. Wir glauben jetzt mal, das ist noch nichts gegen Indien, wir freuen uns schon :). Etwa alle 30 Minuten hält das Auto an einem Checkpoint und die Pässe von uns Ausländern werden kontrolliert. Wir haben noch nicht ganz genau herausgefunden, wieso dies so oft gemacht wird. Vermutlich hängt es noch damit zusammen, dass noch vor kurzem viele Regionen Myanmars für Ausländer gesperrt waren. Inklusive Panne kommen wir in Mawlamyaing an. Oder in Mawlamyine. Oder in Moulmein. Viele Orte in Myanmar tragem verschiedene Namen. Wie Myanmar selbst. Oder Birma. Oder Burma. Der Name des Landes ist ein grosses Thema. Oppositionelle Gruppen verwenden weiterhin Burma, da der Name Myanmar durch die Militärregierung eingeführt wurde. Diese argumentieren, dass der

alte Namen noch aus der britischen Kolonialzeit stamme und sich ausserdem nur auf die Volksgruppe der Birmanen beziehe.

 

In Mawlamyaing übernachten wir im Breeze Guesthouse für 19'000 Kyat (14.-). Ein ganz kleines Zimmer ohne Badezimmer. Für uns reicht es absolut, aber es ist deutlich teurer als in Thailand. Dort hatten wir meistens für 8.- ein Doppelzimmer, oft sogar mit eigenem Badezimmer. Wir werden vom Besitzer nett empfangen, er spreche ein wenig Französisch meint er und singt uns gleich „Alouette, gentille Alouette“ vor und übersetzt unsere Namen in die Morsesprache. :) Das Breeze Guesthouse ist eines der günstigsten und ein sehr einfaches. Doch die Lage ist die, eines Luxushotels. Von der Terrasse im 1. Stock hat man einen Ausblick auf den Thanlwin Fluss, wunderschön. Schaut man abends auf diesen Fluss und beobachtet den Sonnenuntergang, hat man das Gefühl die Welt sei perfekt. Die Stimmung mit den Fischerbooten ist unbezahlbar und könnte idyllischer nicht sein.

 

Überhaupt ist Myanmar so schön, so anders. Es gefällt uns die Unterschiede zwischen den Ländern zu beobachten, das macht das Reisen für uns so schön.

 

Ausser uns hat es nur wenige Touristen. Erst seit 2013 ist möglich, den Süden Myanmars zu bereisen. Und so ist es für die Einheimischen noch ungewohnt Menschen von anderswo zu sehen. Sie schauen, lächeln und winken ganz viel. Die Kinder schicken uns Luftküsse und wir posieren viel für Fotos. Dabei stehen die Birmanen immer ganz stramm da. Die Fotos werden sofort auf Instagram gepostet, alles ganz normal hier also. :) Wir sind überrascht, wie gut vor allem die Jungen Englisch sprechen. Im Auftrag der Eltern kommen die Kinder auf uns zu und fragen auf Englisch von wo wir kommen, wie alt wir sind und so weiter.

 

 

 

Gegenüber des Thanlwin Flusses ist Bilu Kyun, eine kleine Insel mit 78 Dörfer. Erst seit ganz kurzem führt eine Brücke auf die Insel. Wir wollen mit einem Fischerboot zur Insel fahren, doch dies ist nun nicht mehr möglich und man muss über die Brücke auf die Insel fahren. Wir lernen auf der Strasse Moe kennen. Er ist auf der Insel aufgewachsen und fährt das Auto seines Dorfes. Alle 3 Tage fährt er Mitglieder des Dorfes zum Markt in Mawlamyaing. An den anderen Tagen hat er frei und versucht sich als Tourguide. Wir vereinbaren mit ihm eine kleine Tour über die Insel. Er fährt uns in verschiedene Dörfer und erzählt uns viel über die Menschen und ihre Traditionen. Wir besuchen noch weitere Sehenswürdigkeiten mit ihm, ein riesiger liegender Buddha und einen kleinen Berg mit goldener Pagode obendrauf. Überhaupt hat es hier im Süden auf jedem kleinen Hügel eine goldene Pagode. Schaut man von weitem, sieht man teilweise dutzende Pagoden in mitten einer grünen Hügellandschaft. Ganz zum Schluss meint Moe, er möchte uns noch etwas zeigen. Er fährt mit uns in ein Meditationscenter wo Mönche leben und jeder der gerne möchte, die Kunst der Meditation erlernen oder praktizieren kann. Er läuft voraus, zu einem riesigen Meditationssaal. Wir schauen von aussen herein und sind bereits beeindruckt. Wir hätten uns wohl nicht getraut, doch Moe nimmt uns bei den Händen und wir laufen hinein und sind sofort gefangen von der Energie. Ich kann nicht sagen wie viele Menschen in dem Saal am meditieren sind. Doch was sie gemeinsam ausstrahlen ist unglaublich eindrücklich. Wir sind beide tief beeindruckt. Und Moe ist super. Das Erlebnis verstärkt unsere Vorfreude auf das Meditationscenter in der Nähe von Yangon, welches wir noch besuchen werden. Möchte man mit Moe einen Ausflug machen, kann man ihn einfach anrufen 09-968348219 oder 09-401261385.

 

 

 

Auffallend ist wie viele Scooterfahrer/innen in Myanmar Helme tragen. Bei weitem nicht alle, aber viel mehr als in Thailand. Ganz geschlossene mit Glas und dickem Polster innen drin. In Thailand sind die Helme meist eher Schüsselartig und man muss beim fahren schauen, dass man sie nicht verliert. In Myanmar gibt es am Strassenrand Plakate, mit der Aufforderung Schutzhelme zu tragen. Das scheint mal eine Präventionskampagne die Früchte trägt. :)

 

 

 

Bettelnuss kauen ist in Myanmar ein grosses Problem. Diese wird mit Tabak vermischt und in Blätter gewickelt, dann gekaut. Sehr sehr viele Männer und Frauen, ja sogar ganz Junge sind am kauen. Ihr Zähne sind in einem sehr schlechten Zustand, falls diese überhaupt noch da sind und für die Gesundheit ist es ebenfalls sehr schädlich. Die Strassen sind voll mit roten Speichelresten und ab und zu fliegt ein wenig Spucke aus einem Bus.

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Pa (Freitag, 19 Januar 2018 13:53)


    Ganz schön gemacht. Das gefällt mir sehr.