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Vijapura oder Bijapur - Abseits der üblichen Touristenpfade

Im Nachtbus von Goa nach Bijapur (Paulo Travel, 10 Stunden, 550 Rupies) faszinieren uns die Inder einmal mehr. In der Mitte des Buses ist ein schmaler Gang, rechts und links davon hat es Betten. Wir buchen am Morgen des Abreisetages und erhalten ein Doppelbett. Es steigen sehr viele Menschen in den Bus. Anfangs stehen sie im Gang. Je länger die Fahrt dauerte umso mehr Inder und Inderinnen legen sich auf den Boden. Nebeneinander, übereinander, wie es gerade passt. Sie schlafen auf dem harten Boden ohne Kissen und ohne Decken. Das alleine fasziniert uns bereits, wir beklagen uns nie über die Nacht im Bus sondern sind froh eine Übernachtung zu sparen. Aber natürlich könnte es schon etwas wärmer und weicher sein. Nicht so fest holpern und gerne noch etwas leiser :). Für die Inder ist das alles kein Thema. Als wir mal wieder dringend Pinkeln sollten und den Fahrer für einen kurzen Stopp fragen möchten, denken wir uns, wir können ja kaum über all die Inder und Inderinnen am Boden steigen. Also lassen wir es halt und probieren uns zu konzentrieren. Keine 10 Minuten später hält der Bus an und alle die pinkeln müssen steigen über die am Boden liegenden drüber. Diese rühren sich nicht. Wir glauben sie schlafen wirklich, tief und fest und bewegen sich nicht. Wieso können die das und wir nicht? Wir wollen das auch können. Hoffentlich können wir bis zum Ende unserer Reise ganz viel indische Gelassenheit aufsaugen.

 

In Vijapura angekommen, haben wir genau was wir wollten. Indien ohne Touristen. Nach Mumbai und Goa haben wir Lust, das andere Indien zu sehen. Es gibt nur wenige Hotels und alle sind ausgebucht als wir früh morgens ankommen. Wir sind müde, es ist bereits sehr heiss und wir müssen weit suchen um ein freies Zimmer zu finden. Für 600 Rupies schlafen wir im Hotel Madhura. Nur empfehlenswert wenn sonst nichts mehr frei ist. In Vijapura gibt es 600 Jahre alte Moscheen, Mausoleen, Paläste und Festungen. Wir sind einen Tag mit einer Autorikscha für 500 Rupies unterwegs und besuchen all die Sehenswürdigkeiten. Wir fragen einen Fahrer auf der Strasse und einigen uns auf eine Tour. Da er kaum Englisch spricht, organisiert er noch einen Freund der mitkommt und uns viel erklärt.

 

Sind wir die einzigen Touristen nimmt das Posieren für Fotos unglaubliche Ausmasse an. Während mind. 10 Minuten sind wir am lächeln und schauen in Kameras. Irgendwann müssen wir dann wirklich, No Sorry sagen.  

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