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Jodphur - die blaue Stadt und das Mehrangarh Fort

Nach der Pink City Jaipur, kommt jetzt die Blue City Jodhpur. Viele Gebäude in der Altstadt sind blau gestrichen. Die Farbe hält im Sommer kühl und hält Mücken fern. Früher war dieser Teil der Stadt nur für die Brahmanen, die Kaste der Priester bestimmt. Heute dürfen alle ihre Häuser blau streichen, wenn sie möchten.

Jodhpur liegt noch weiter im Westen von Rajasthan und somit näher an der Wüste. Es wird immer wie heisser und wir immer wie fauler. Die Temperatur steigt bis 42° Celsius. Für uns ist es zwar noch immer gut möglich zu reisen, doch wir spüren wie wir langsamer und schneller müde werden.

 

 

Die Gassen in Jodhpur sind äusserst schmal und verwinkelt, trotzdem spielt sich ein grosser Teil des Lebens der indischen Familien darin ab. Wir laufen stundenlang durch die Gassen, beobachten die älteren Menschen, welche in den Eingängen sitzen, die Kinder beim Spielen und die Frauen bei ihrer Hausarbeit. Und laufen durch viele kleine Märkte.

 

Nicht fehlen darf ein Stopp beim berühmten Omelett Man. An der Ecke beim Clocktower kocht ein Inder seit über 40 Jahren nur Omelett. Er besitzt eine Bratpfanne, steht auf einer Kiste und kocht von morgens bis abends, 365 Tage im Jahr Omelett. Er macht dies so gut und gerne, dass er in seinem Leben nichts anderes braucht. Stolz zeigt er uns Zeitungsausschnitte über sich selbst aus der ganzen Welt. Unser Favorit, Masala Cheese Omelett.  

Mehrangarh Fort und die Kunst in Jodhpur

Es soll eines der beeindruckendsten in ganz Indien sein. Es ist riesig und wir verbringen mehr als einen halben Tag damit, durch die Räume und Höfe zu spazieren. Die Festung gehört noch immer der Herrscherfamilie. Diese haben heutzutage zwar keine Bedeutung mehr, doch diese Familie nutzt ihre Position noch für karitative Zwecke. Auf dem Rückweg machen wir beim Jaswant Thada einen Stopp. Es ist ein Denkmal für einen ehemaligen Mahardscha und ist sehr speziell, da es aus weissem Marmor gebaut ist.

 

Uns ist bereits bei der Ankunft in Jodhpur aufgefallen, dass es in unserem Hostel (Dylan Guesthouse), sowie auf den Strassen, schöne buntgemalene Bilder gibt. Im Hostel erkennt man die feinen Pinselstriche der Gemälde, welche auf den Wänden in den Zimmern gemalt sind.

Bei unserer Besichtigungstour im Mehrangarh Fort wird uns klar woher der Stil kommt, den wir an verschiedenen Orten in Jodhpur finden.

Marwar war einer der Führstenstaaten der Rajputen im heutigen Rajasthan. Er gründete im 18. Jahrhundert eine Schule, wo er die präzise Kunst entwickelt hat. Es ist wohl einer der exaktesten Stilen von den Völkern der Reiche Mughal und Rajasthan.

Im Fort sehen wir viele wunderschöne Gemälde in diesem Stil. Die Bilder sind so detailgetreu gezeichnet, dass man mit blossem Auge die kleinen Figuren zum Teil nicht Mal erkennen kann. Die Soldaten sind teilweise nur ein viertel von der Grösse des kleinen Fingernagels. Und es wird sehr viel Wert auf die Details gelegt, wie die marmorierten Boden, oder die farbigen Saris der Frauen. Diese Art der Kunst wird „miniature painting“ genannt.

Die Künstler benutzen feinste Pinsel, welche mit den Haaren des Schwanzes eines Streifenhörnchen hergestellt sind.

Simi ist sehr faziniert von den Gemälden und verbringt wohl die meiste Zeit von unserer Besichtung des Forts in der Kunstabteilung, um die wunderschönen farbigen Bilder zu betrachten.

Bei einigen ist zudem der Stil von Ratshastan mit wieder anderen Stilen wie der Christlichen Kirchen vermischt. Man sieht es daran, dass der Maharadscha meist mit dem goldenen Schein (Kreis), um den Kopf gezeichnet ist.  

Jaswant Thada

Eintrittspreis Mehrangarh Fort und Jaswant Thada Jodphur

600 Rupies (ca. CHF 9) pro Person. Im Preis inbegriffen ist ein Audio Guide, welcher auch in Deutsch erhätlich ist. Es muss eine Kreditkarte oder Pass als Pfand hinterlegt werden.

Um das Grabmal Jaswant Thada besichtigen zu können, bezahlt man nur 50 Rupies (ca. CHF 1)

Mit dem Bus von Jodhpur nach Jaisalmer


Von der Central Busstation in Jodhpur nahmen wir den Localbus nach Jaisalmer. Kosten für Frauen 195 Rupies (ca. CHF 3), für Männer 270 Rupies (ca. CHF 4). Dauer 6 Stunden.

Vor unserer Abfahrt empfahlen uns etliche Inder auf jeden Fall einen Privatbus zu nehmen. Die Fahrt im Localbus sei unerträglich, zu viele Menschen im Bus, zu heiss und man hätte doppelt so lange. Die Fahrt war für uns wie immer in Ordnung. Wir hatten wie vorgesehen 6 Stunden, hatten immer genügend Platz und ausserdem ist die frische Brise durch die offenen Fenster viel angenehmer als die Klimaanlage.

Wir empfehlen immer selber zu entscheiden, was für einem die beste Option ist und sich auf keinen Fall zu etwas zwingen lassen, wenn man sich nicht sicher ist.

 

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