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Amritsar, die Sikh, der goldene Tempel und die wilde Grenzschliessungs-Zeremonie an der Waga Grenze

Die Stadt wurde 1577 vom Sikh-Guru Ram Das gegründet und ist mit dem goldenen Tempel der wichtigste Pilgerort für die Sikh. Der Staat Punjab wurde seit der Unabhängigkeit Indien's zum Heimatort für die Sikhs. Amritsar ist eine weitere, laute indische Stadt mit viel Verkehr. Doch je näher man dem goldenen Tempel kommt, umso mehr spürt und sieht man den Einfluss der Sikh.

Goldener Tempel Amritsar

Für den Besuch des goldenen Tempels solltest du dir genügend Zeit einplanen. Wir hätten den ganzen Tag dort verweilen können, den Menschen zuschauen und die spezielle Atmosphäre geniessen. Der goldene Tempel ist mit 750 kg Gold überzogen und steht mitten in einem Wasserbecken, dessen Wasser heilig sein soll. Die Sikh baden deshalb ihre Füsse oder an einer Stelle auch den ganzen Körper darin. Um den Tempel herum liegt ein riesiger Komplex, indem es zum Beispiel eine Kantine gibt, wo alle eine gratis Mahlzeit erhalten. Nicht nur das Essen schmeckt sehr gut, sondern auch das Erlebnis, dort mit all den Sikhs zu essen ist ein tolles Erlebnis. Nebst dem Essen ist auch der Eintritt gratis. Eine Spende ist angebracht. Vor dem Betreten müssen wir unsere Schuhe ausziehen und durch ein Wasserbecken laufen, um die Füsse zu waschen. Ausserdem müssen wir ein Kopftuch umbinden, welche gratis verteilt werden. Vor dem eigentlichen goldenen Tempel wartet eine lange Schlange. Ein Sikh erzählt uns, die Menschenschlange sei zu fast jeder Tages- und Nachtzeit so lang. Es sieht aber schlimmer aus als es ist, nach etwa 30 Minuten sind wir im kleinen Tempel, wo Priester und Musiker Gesänge aus dem heiligen Buch der Sikhs vortragen. Es hat ausserdem ein interessantes Museum, wo wir viel über die Geschichte der Sikhs in Indien erfahren. 1984 wurde der Komplex von der indischen Armee gestürmt, die sogenannte Operation Blue Star. Die indische Regierung begründete dies damit, dass sich Widerstandskämpfer im Komplex aufhielten die bewaffnet seien und einen eigenen Staat fordern würden. Die Sikhs jedoch sagen, sie hätten nur die Gerechtigkeit auf sozio-ökonomischer und politischer Ebene für die Sikhs gefordert. Als Vergeltung auf diesen Angriff wurde die Regierungschefin Indira Gandhi daraufhin ermordet.

 

Unbedingt den Pass mitnehmen. Ausländische Personen müssen nicht anstehen, sondern können neben der Menge in der VIP Schlange durchlaufen. Man kann davon halten was man will, doch für uns fühlte sich dies störend an. Grosse Rucksäcke dürfen nicht rein genommen werden und müssen an einem Stand deponiert werden. Keine Wertsachen dort lassen!

 

Schon nur wegen den Menschen, den Sikhs lohnt sich ein Besuch in Amritsar oder Punjab. Die Menschen sind extrem freundlich und zuvorkommend. Ausserdem sind sie sehr offen, kommen auf uns zu und es ergeben sich spannende Gespräche.

Grenzschliessungs-Zeremonie an der Waga Grenze

Am Nachmittag suchen wir uns beim südöstlichen Ausgang des Tempels ein Sammeltaxi um an die Wagah Border zu fahren. Wir finden ein Sammeltuktuk für 100 Rupies pro Peron, hin und zurück. Private Taxis kosten bis zu 1200 Rupies. Um etwa 15.00 Uhr fahren wir los an die Grenze Attari-Wagah zwischen Indien und Pakistan. Obwohl sich die beiden Länder gar nicht gut verstehen, organisieren sie jeden Abend eine Show um die Fahnen einzuholen und die Grenzen zu schliessen. Wieso, weiss niemand so genau aber besonders das indische Publikum ist begeistert davon. Aus unserer Sicht lohnt es sich schon nur wegen dieser Show nach Amritsar zu fahren. Selten haben wir in Indien so etwas lustiges gesehen wie diese Grenzschliessung. Die Show alleine wäre nicht halb so toll ohne indisches Publikum. Soldaten laufen in einem extremen Stechschritt hin und her und ballen die Arme und klopfen sich auf die Brust zum Kampf gegen Pakistan. Wahnsinn wie hoch sie ihre Beine beim Stechschritt schwingen, wir können nur noch lachen. Zu alldem hat es einen wilden indischen Animator. Er rennt und hüpft wie ein wahnsinniger vor dem Publikum hin und her und animiert die Menge zum toben. Die Sicherheitskräfte im Publikum müssen die Menge immer wieder zum absitzen und Zurückhaltung ermahnen. Sobald sie das einigermassen erreicht haben, hüpft wieder der Animator unten durch und die Menge tobt erneut. Zwischen durch wird indische bollywood Musik abgespielt, dann springen alle auf und tanzen wild.

Mit dem Bus von Amritsar nach Chandigarh

Vom ISBT-Busbahnhof aus fahren regelmässig Busse nach Chandiarh. Dauer ca. 5 Stunden. Kosten 230 Rupies (ca. CHF 7), AC Bus 460 Rupies.  

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Kommentare: 1
  • #1

    Mariann (Donnerstag, 24 Mai 2018 16:51)

    Es ist ein Genuss, diese Erzählungen und die wunderschönen Bilder dazu zu sehen!